Frauen setzen ein Zeichen für den Frieden

Schon während des ersten Weltkrieges wurde die Frauen friedensbewegung WILPF errichtet. Ziel dieser Organisation war und ist Frieden und Gerechtigkeit zu befördern; „Es gibt keinen Frieden ohne Brot und kein Brot ohne Frieden“. Die WILPF strebt eine universelle Abrüstung, Vertreibung von Gewalt, Verstärkung der VN und Respekt für Menschenrechte an. Es gibt bei uns eine kleine aber sehr aktive WILPF-Abteilung.

Ausserdem ist Ende der siebziger Jahre die Bewegung Frauen für (den) Frieden entstanden als Reaktion auf der zunehmenden Atomrüstung. Frauen für Frieden ist eine Basisbewegung, ein Netzwerk von örtlichen, ziemlich autonomen Gruppen und Arbeitsgruppen.

Im Jahr 1999 feierten wir unser 20-jähriges Jubileum „Weil wir mitverantwortlich sind“.

Darum wurde teilgenommen an den Widerstand gegen Atomwaffen, an einem Friedensmarsch durch den Vereinigten Staaten für nukleare Abrüstung, an mehreren Fussmärschen für eine bewohnbare Welt.

Darum wurden Unterschriften gesammelt gegen Vergewaltigung während des Krieges in Jugoslavien, wurden in Bosnien Therapiezentren für traumatisierte Frauen und ihre Kinder mit errichtet und finanziell unterstützt und wurde den „Hague Appeal for Peace“ auf mehreren Weisen mit organisiert.

Darum waren viel Friedensfrauen beteiligt an der Gründung der Friedensakademie, die Ausbildungsabteilung an einer Hochschule; hier werden Mitarbeiter an Zivile Friedensteams ausgebildet. Ende 2000 baten verzweifelte Frauen für Frieden auf den Molukken um Hilfe. Sie wolten unter den vielen Moluksche Bewohnern in Nederland verhüten dass die Streitigkeiten zwischen Christen und Moslime sich auch in unserem Land ausbreiten. Ein stiller Fussmarsch in Amsterdam wurde organisiert

ARBEITSGRUPPEN

Die Politische Arbeitsgruppe von Frauen für Frieden und WILPF folgt und kommentiert die Aussen- und Verteidigungspolitik der Holländischen Regierung. Noch vor kurzem hat sie die Broschüre „Politik für den Frieden, Empfehlungen für die Wahlprogramme“ ausgebracht. Themen darin sind Konfliktprävention – und Bearbeitung, Abrüstung, Nukleare Abrüstung, Europa (EU und OSZE), Vereinigte Nationen.

Die Arbeitsgruppe für Gewaltfreie Konfliktlösung „Wel-dadig“ bietet Trainingen an für sowohl örtliche Gruppen, als auch für internationale Ereignisse, internationale Gruppen oder im Rahmen des Versöhnungsbundes „Frauen bauen an Frieden“. Einige von ihnen waren beteiligt and der Programmierung der Friedensausbildung.

Die Arbeitsgruppe Internationale Kontakte steht mit Friedensfrauen in aller Welt in Verbindung. Sie war an die VN Konferenz in Beijing beteiligt und an die Umsetzung von dem Platform for Action in der politischen und alltäglichen Praxis. Sie hat den Hague Appeal for Peace mit organisiert, auch eine Riesenaufgabe, wobei die Verbindungen mit New York nicht einfach waren.
Ein grosser Erfolg dieser A.g. war die Anerkennung von Vergewaltigungen in Kriegszeit als Kriegsverbrechen für das Tribunal in Den Haag. Es hat sehr viel Uberzeugungskraft gekostet um die Aussagen von vergewaltigte Frauen, die sich oft gar nicht trauten ihre schrecklichen Erfahrungen vor dem Gericht zu erzählen, anerkannt zu bekommen.
Die Arbeitsgruppe hat auch viele Kontakte mit Frauen die über den etnischen Grenzen hinweg zusammenhalten wollen, weil sie wissen dass nur so Frieden herbei zu führen ist. Beispiele: Das Frauentherapie-zenter Vive Zene hat ein multietnisches Therapeutenteam.
Unterstützung wird geboten an Bath Shalom, Frauen im Schwarz, in Israel und Palästina. In Belgrad war gibt es auch eine Gruppe Frauen im Schwarz. Manchmal liefen damals die Verbindungen zwischen den Frauen über Friedensfrauen in Deutschland oder Amsterdam. Auch mit Frauengruppen in Afrika, Rwanda, Congo oder Burundi, sind solche gemischten Gruppen aktiv. Oft können diese Frauen sich nur treffen wenn sie von Friedensfrauen nach internationalen Konferenzen, z.B. in Europa, eingeladen werden.

Andere landesweite Aktivitäten: An verschiedenen Zeiten werden Aktionen gehalten bei der Kernwaffenbasis Volkel in Noord-Brabant. Neulich wurde teilgenommen an der Anbietung eines Anti Kernwaffen-Manifest an unsere Regierung. Wir haben auch noch immer Kontakt mit den Frauen von Greenham Common in England.

Momentan werden in einer grossen, landesweiten Aktion die „Mütter des Plaza del Maijo“ in Argentinien unterstützt weil dort das Amnestygesetz, auf Grund von dem die ehemaligen Juntamitglieder ungestraft davonkamen, eingezogen wurde. Viele Holländische Frauen waren in den siebziger Jahren auch schon mit Argentinien beschäftigt. Deshalb wird dieses Thema jetzt wierder aufgefasst.

Voriges Jahr waren mehrere Friedensfrauen beteiligt an der Gedächtnisfeier, 5 Jahre nach dem Fall von Srebrenica. Die „Frauen von Srebrenica“ hatten die Arbeitsgruppe Nederland-Srebrenica dazu eingeladen. Dass wir eingeladen wurden war rührend und ein Zeichen von Vertrauen im Hinblick auf die Rolle der Dutchbat Soldaten damals. Es war sehr eindrucksvoll weil es für die meisten Moslim Frauen das erste Mal war dass sie an der Stelle waren wo sie ihre Männer und Söhne zum letzten Mal gesehen hatten. Es wurden von uns Blumen mit einer Schleife mit all unseren Namen niedergelegt.Wir als Niederländer haben da eine besondere Verantwortung weil ja die Dutchbat soldaten die Aufgabe hatten die Moslim-Enklave zu schützen, was sie aber überhanpt nicht warmachen konnten Darum sind Friedensmänner -und Frauen heute in Srebrenica engagiert in einem Projekt Zivile Ausländische Präsenz. Sie wohnen und leben dort zwischen den heutigen Serbischen Bewohnern und den ursprünglichen Bosniaks die auf Grund der Dayton-Verträge zurückkehren nach Srebrenica. Ihre Präsenz trägt dazu bei dass die Kontakte friedlicher verlaufen und ehemalige gute Beziehungen angeregt werden können.

ORTLICHE GRUPPEN.

Gerade ist der Jahresüberblick 2000 von Frauen- Friedensarbeit erschienen. Obwohl wir eine einschrumpfende Bewegung sind, ist es erstaunlich wieviel Schwung noch in ihr ist. Von dem bunten Skala von Aktivitäten erwähne ich einige Beispiele:

AMSTERDAM Jeden Monat ein politisches Café, Unterschriftensammlung und Stands gegen Atomrüstung am 6. oder 9. July Hiroshima bzw Nagasakitag. Aktionen für Frauen für Frieden auf den Molukken. Gedächtnis bei dem Ravensbrückmahnmal.

APELDOORN Sponsoraktion für eine Friedensgruppe in Mostar, Bosnien.

ENSCHEDE Vorbereitung und Teilnahme am Ostermarsch 2000 gegen (Atom)rüstung. Dauerhafte Zusammenarbeit mit Deutschen Friedensgruppen in Euregioverband.

IJMOND Beverwijk Heemskerk Ijmuiden. Teilnahme an der Gedächtnisfeier Srebrenica in Potocari und Den Haag. Anlässlich davon berichten die Teilnehmer über die Entwicklungen in Srebrenica. Debatte über aktuelle Frauen friedensarbeit.

Frauen in NOORDHOLLAND beschäftigen sich intensiv mit Globalisierung des Welthandels und deren Folgen für die Position der Frauen, der Entwicklungsländer und für den Weltfrieden RIDDERKERK Frauen für Frieden haben dort ein „Snuffelpand“ wo man gute, gebrauchte Waren entgegennimmt und verkauft. Das Geschäft hat nur an einem Sonnabend im Monat auf aber der Ertrag ist soviel dass mehrere Projekte unterstützt werden können, z.B. das Frauentherapiezenter Vive Zene in Tuzla und andere Friedensprojekte.
Damit sind 3 Ziele gedient
Gebrauchte Waren werden nochmals genützt, weniger kapitalkräftige Menschen können gut und billig einkaufen, der Ertrag kommt Friedensziele zu gute und durch Gespräche und Publizität kommen Friedensthemen in die Aufmerksamkeit.

NIJMEGEN steht in Verbindung mit einem Frauentherapiezentrum Meijka in Pristina, Kosovo, mit Frauen der Polisario, West Sahara. Zusammen mit anderen in Nijmegen Kontakt mit einer Deutschen Gruppe in Kleve? Sie gedenken dort jährlich gemeinsam den 4. 5. und 8. Mai.

LEERSUM koordiniert die Finanzierung von Vive Zene in Tuzla. Sie haben dazu eine mobile Ausstellung gemacht Stehen in Verbindung mit der Holländischen Therapeutin die dort wohnt und arbeitet. Im vergangenen Jahr kam da f 25.000,- zusammen für einen gebrauchten Vwbus und ein Gewächshaus.

WOLVEGA Friesland, ist aktiv im Rahmen von der Lokalen Agenda 21.

In WIERDEN habe ich in der Friedenswoche Sept. 2000 erzählt über die Gedächtnisfeier in Potocari bei Srebrenica, 5 Jahre nach dem Fall der Enklave, die ich mit erlebt hatte. Sehr eindrucksvoll. Wir wollen dieses Thema weiter ausarbeiten und dabei 2 Aspekte beleuchten:
Unterstützung des Projekts Zivile Ausländische Präsenz und Aufmerksamkeit für die Soldaten die mit traumatischen Erfahrungen davonzurückgekommen sind. Ziel dieses letzte ist, dieses Thema aus der Tabusfäre zu holen und besprechbar zu bekommen

Natürlich sind auch wir beteilgt in dem Projekt „Kultur für Frieden und Gewaltlosigkeit für die Kinder der Welt“.

Zweimonatlich erscheint under Nieuwsbrief. Ideeen, Informationen und Berichte werden so vermittelt.

Fast alle Frauen für Frieden-gruppen arbeiten mit anderen Friedensgruppen oder in Gremien zusammen. Zusammen wird mehr erreicht. Aber überall werden die besondere Interessen von Frauen in Konflikt- oder Kriegssituationen betont.Das, finden wir, ist für uns die Hauptaufgabe.