Erinnern für die Zukunft – Handeln gegen Krieg und Faschismus

Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall des faschistischen Deutschland auf Polen der zweite Weltkrieg. Antisemitismus und Rassismus waren die geistigen Vorläufer und ideologischen Begleiter des Eroberungs- und Ausplünderungsfeldzugs der Hitler-Wehrmacht. Mit diesem Krieg brachte Deutschland zum zweiten Mal im 20. Jahrhundert ungeheures Leid über Millionen von Menschen. Allein 55 Millionen Frauen, Männer und Kinder wurden getötet.

„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ war die Lehre vieler Menschen aus diesem Grauen. Im Grundgesetz wurde als eindeutige Konsequenz das Verbot eines Angriffskriegs festgelegt.

Mit dem NATO-Angriff auf Jugoslawien 1999 hat die Bundesregierung zum ersten Mal eindeutig gegen diese Verpflichtung verstoßen. Die Folgen des Militäreinsatzes für die Menschen und ihre Umwelt sind katastrophal. Der Krieg gegen Jugoslawien hat keinen Frieden gebracht. Im Gegenteil sind neue bewaffnete Konflikte entstanden. Statt einer weiteren Selbstmandatierung der NATO in Mazedonien, muss eine stabile, politische Verhandlungslösung gefunden werden.

Die Bundesregierung hat eine Bundeswehrreform auf den Weg gebracht, die die Verdreifachung der sogenannten „Krisenreaktionskräfte“ auf 180.000 Soldaten vorsieht: Diese Streitkräfte dienen eben nicht der Landesverteidigung sondern u.a. der „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs von Märkten und Rohstoffen in aller Welt“, wie es bereits 1992 in den „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ heißt. Der Umbau der Bundeswehr in eine Interventionsarmee wird weitere Milliarden DM verschlingen, Geld, das z.B. in der Förderung ziviler Konfliktlösungen bessere Verwendung finden würde.

Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten
Die Rüstungsausgaben steigen jedoch nach dem Ende des Kalten Krieges weltweit wieder an. Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Den Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee sowie Bundeswehreinsätze in aller Welt lehnen wir entschieden ab.

Friedenspolitik erfordert das Aufstehen gegen rassistische und nationalistische Ideologien, weil diese Feindbilder schüren und Gewalt hervorrufen.

Friedenspolitik braucht finanzielle Mittel für die Beseitigung von Hunger und Armut, sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung.

Friedenspolitik erfordert den Stopp aller Rüstungsexporte. Um Arbeitsplätze zu sichern, muss die Rüstungsindustrie auf zivile Produkte umgestellt werden.

Friedenspolitik braucht die Stärkung und Anerkennung von Systemen gegenseitiger kollektiver Sicherheit: UNO und OSZE müssen erst zu friedenserhaltenden Einrichtungen entwickelt werden. Die Aufrüstung und Aufwertung von interessengebundenen Militärsystemen wie der NATO und der WEU gefährden den Frieden.

Friedenspolitik muss die Bereitschaft zu Solidarität und Gerechtigkeit zwischen Menschen und Kulturen pflegen und Gewaltlosigkeit fördern. Es geht um die Zukunft des Menschen.

Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger aus Münster auf, sich an der Gedenkveranstaltung am 1.September 2001 um 12 Uhr zu beteiligen. Sie findet statt am Zwinger als damaligem Standort und heutigem Symbol der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

1. September 2001 – Programm

10.30 Uhr Öffnung des Zwingers für den Publikumsverkehr

11.00 Uhr „Erinnern für die Zukunft“:
Mahn- und Gedenkveranstaltung am Zwinger mit Redebeiträgen aus Polen und Russland sowie aus der Gewerkschaftsbewegung, Theaterperformance und Musik

12.30 Uhr „Handeln gegen Krieg und Faschismus“:
Kundgebung am Prinzipalmarkt
Reden und Kultur mit der Kampagne gegen schnelle Eingreiftruppen, Friedensbewegten aus Jugoslawien, Griechenland und den Niederlanden, dem Aktionsbündnis gegen den Krieg und der VVN-Bund der AntifaschistInnen

13.45 Uhr „Denk Mal Wieder“:
symbolische Verhüllung des Verdun-Denkmals am Hörstertor durch die Deutsche Friedensgesellschaft

Es rufen auf: AStA der WWU; Juliane Brüggemann; Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) Gruppe Müns-ter; DKP Münster; Enschede voor Vrede; Martin Firgau (Versöhnungsbund); Friedensforum; GEW Münster; Ewald Halbach; Manfred Hülsken; Peter Hunke (Gewerkschaftssekretär ver.di); IG Metall; Theo Knetzger (Ge-werkschaftssekretär IGM); Mahnwache an der Lambertikirche; Berthold Paschert (Gewerkschaftssekretär GEW); PDS Münster; Guntram Schneider (Gewerkschaftssekretär IGM); Kathrin Vogler; VVN – Bund der Anti-faschistInnen Münster