zum Friedenskonzert am 29.9.

Rede von Manfred Hülsken-Fermer zum Friedenskonzert am 29.9.01 im Festsaal des Rathauses in Münster

Greg Rodriguez ist eines der Opfer vom World Trade Center. Seine Eltern Phyllis und Orlando haben den folgenden Brief an die New York Times geschrieben und gebeten ihn weiter zu verbreiten:

„Nicht im Namen unseres Sohnes.

Unser Sohn Greg ist unter den vielen Vermissten vom Angriff auf das World Trade Center. Seit wir zum ersten Mal die Nachricht hörten, haben wir viele Augenblicke des Kummers, des Trostes, der Hoffnung, der Verzweiflung und liebevoller Erinnerung geteilt mit seiner Frau, den beiden Familien, Freunden und Nachbarn, seinen lieben Kollegen und all den leidenden Familien, die sich jeden Tag im Pierre Hotel (in New York) treffen.

Wir sehen unsere Verletztheit und unseren Zorn reflektiert bei jedem, den wir treffen. Wir können der täglichen Flut neuer Nachrichten über die Katastrophe nicht folgen. Aber wir lesen genug dieser Nachrichten um wahrzunehmen, dass unsere Regierung auf gewaltsame Rache zusteuert, mit der Aussicht auf Söhne, Töchter, Eltern, Freunde, die in fernen Ländern sterben, leiden und uns weiteres Leid zufügen.

Dies ist nicht der richtige Weg. Es wird den Tod unseres Sohnes nicht vergelten. Nicht im Namen unseres Sohnes!

Unser Sohn starb als Opfer einer inhumanen Ideologie. Unsere Handlungen sollten nicht dem selben Zweck dienen. – Lasst uns trauern.

Lasst uns nachdenken und beten.Lasst uns eine rationale Antwort überlegen, die unserer Welt wahren Frieden und Gerechtigkeit bringt.

Aber, lasst uns als Nation der Unmenschlichkeit unserer Zeit nichts hinzufügen !“