Am 26.September 1983 schrillen die Alarmglocken im sowjetischen Frühwarnsystem zur Erkennung von nuklearen Angriffen. Mit seinem besonnenen Verhalten hat Stanislaw Petrow, ein Oberstleutnant der sowjetischen Luftverteidigungsstreitkräfte, die Welt vor einem Dritten Weltkrieg, möglicherweise sogar einem verheerenden Atomkrieg, bewahrt.
Genau 43 Jahre später – am 26.9.2026 - spricht deshalb Prof. Karl Hans Bläsius, ein ausgewiesener Kenner der Materie, im Rahmen des Friedenskulturmonats der Stadt Münster zu den Gefahren, die uns heute durch die weiterentwickelte Technologie speziell durch KI drohen, insbesondere vor dem Hintergrund verlorenen Vertrauens in Rüstungskontrolle und zunehmender Feindseligkeiten weltweit.
Prof. Bläsius schreibt zu seinem Vortrag: „Auch bei militärischen Anwendungen steigt die Komplexität der notwendigen Informationsverarbeitung und die verfügbare Zeit zur Entscheidungsfindung wird immer kleiner. Deshalb müssen zunehmend Techniken der „Künstliche Intelligenz“ (KI) eingesetzt werden, um zumindest Entscheidungsvorschläge zu liefern. Dies gilt auch im
Kontext von Atomwaffen. Die Datengrundlage für Entscheidungen ist jedoch unsicher und unvollständig, deshalb können auch KI-Systeme nicht sicher entscheiden. Geringe Zeitspannen für menschliche Einflussnahme erhöhen die Risiken für Fehlentscheidungen und damit auch das Risiko eines Atomkriegs aus Versehen.“
Prof. Bläsius wird aber auch Wege aufzeigen, wie wir die Gefahr bannen können und was es politisch braucht, um die Situation wieder zu entschärfen.
Veranstalter: Signal MS/OS, in Kooperation mit: DFG-VK Münster